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Trump verzichtet auf Beratung
Nach harscher Kritik an seiner Haltung zur Gewalt in Charlottesville hat der US-Präsident kurzerhand zwei seiner Beraterkreise aufgelöst. Donald Trump reagiert damit auf eine regelrechte Rücktrittswelle der Mitglieder.
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Trump lobt Nordkoreas Machthaber Kim für "weise" Entscheidung
US-Präsident Donald Trump hat sich lobend über den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un geäußert. Dessen Entscheidung, zunächst noch keine Raketen in Richtung der US-Pazifikinsel Guam abzuschießen, nannte Trump auf Twitter "sehr weise" und "gut durchdacht". Andernfalls hätten beiden Seiten katastrophale und inakzeptable Folgen gedroht. Angesichts der leichten Entspannung im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hatten China und Russland die beiden Staaten zum Dialog gedrängt. Das russische Außenministerium teilte nach einem Telefonat zwischen Ressortchef Sergej Lawrow und seinem chinesischen Kollegen Wang Yi mit, es sei dabei um Möglichkeiten gegangen, "aus der Konfrontationsspirale auf der koreanischen Halbinsel herauszukommen". Es sei die Zeit gekommen, um "zu Friedensgesprächen zurückzukehren", hieß es dazu in Peking.
Südkoreas Ministerpräsident lehnt nukleare Wiederbewaffnung ab
Südkoreas Ministerpräsident Lee Nak Yeon hat sich gegen eine nukleare Wiederbewaffnung seines Heimatlandes ausgesprochen. Dies würde ein Wettrüsten in der Region zur Folge haben, sagte er dem Fernsehsender YTN News. "Wenn wir Atombomben besäßen, dann würde das auch unsere eigenen Anstrengungen untergraben, Nordkorea zur Denuklearisierung zu bringen", sagte Lee. Im Zuge der jüngsten Nordkorea-Krise haben sich konservative Politiker in Südkorea vermehrt für eine nukleare Aufrüstung ausgesprochen. Am Mittwoch erweiterte die größte Oppositionspartei des Landes, Liberty Korea, ihr offizielles Parteiprogramm um die Forderung, die USA sollten wieder Atomwaffen auf südkoreanischem Boden stationieren.
Auch Republikaner empört über Trumps Charlottesville-Erklärung
US-Präsident Donald Trump hat seine umstrittene Aussage verteidigt, dass für die Gewalt in Virginia sowohl rechte als auch linke Gruppen verantwortlich seien. Linke Demonstranten hätten "mit Gewalt die andere Gruppe attackiert". Er griff damit auf seine anfänglichen, in Politik und Presse heftig kritisierten Äußerungen zurück. Darin hatte er zwar allgemein die Gewalt in Charlottesville vom Wochenende verurteilt, Rassisten und Neonazis aber nicht erwähnt. Auch vom rassistischen Ku Klux Klan hatte der US-Präsident sich zunächst nicht distanziert. Seine jüngsten Bemerkungen lösten auch bei seiner eigenen Partei wieder empörte Reaktionen aus. So twitterte etwa der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan: "Wir müssen klar sein: Die Bewegung der Weißen Vorherrschaft ist abstoßend. Diese Bigotterie steht gegen alles, wofür dieses Land steht". Auch aus dem Kongress kam scharfe Kritik an Trump.
Türkei fordert von Berlin Auslieferung eines putschverdächtigen Islamgelehrten
Die Türkei fordert von Deutschland die Auslieferung eines regimekritischen Islamgelehrten, der maßgeblich in den gescheiterten Militärputsch vom Juli 2016 verwickelt sein soll. Man habe eine diplomatische Note an die Bundesregierung geschickt, in der die Auslieferung von Adil Öksüz verlangt werde, teilte Außenminister Mevlut Cavusoglu mit. Öksüz soll der Verantwortliche der Bewegung des Islamistenpredigers Fethulla Gülen beim rebellierenden Luftwaffenpersonal gewesen sein. Er ist einer der Hauptangeklagten bei mehreren türkischen Putschprozessen. Er soll eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung in Baden-Württemberg erhalten haben.
Russischer Ex-Minister belastet vor Gericht einen Putin-Vertrauten
Der ehemalige russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew hat zum Auftakt seines Korruptionsprozesses Vorwürfe zurückgewiesen, er habe Bestechungsgeld angenommen. Diese seien von Igor Setschin, Chef des größten russischen Ölkonzerns Rosneft und enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin, konstruiert worden, sagte Uljukajew vor einem Moskauer Gericht. Setschin habe ihm zwei Millionen US-Dollar angeboten, um ein Privatisierungsgeschäft von Rosneft zu genehmigen. Die Übergabe sei zudem vom russischen Geheimdienst FSB geplant worden, sagte Uljukajew laut Agentur Tass. Die Anklage geht davon aus, dass der Minister das Geld bei einem Treffen in Indien eingefordert habe. Es ist das erste Mal in der neueren Geschichte Russlands, dass ein so ranghohes Mitglied der Führung vor Gericht gestellt wird. Uljukajew steht seit November 2016 unter Hausarrest.
London will keine harte Irland-Grenze nach Brexit
Die britische Regierung sieht trotz Brexits keinen Bedarf für Grenzkontrollen zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Landesteil Nordirland. Das geht aus einem Positionspapier für die Austrittsverhandlungen hervor. In dem vom Brexit-Ministerium in London veröffentlichten Bericht heißt es, es werde kein Zurück zu einer befestigten Grenze zwischen den beiden Teilen der irischen Insel geben. Stattdessen solle ein neues Zollabkommen mit der EU so ausgestaltet werden, dass Grenzposten nicht notwendig seien. Brexit-bedingte Grenzkontrollen hatten bereits Befürchtungen vor einem neuen Aufflammen des Nordirland-Konflikts geschürt. - Die EU-Mitgliedschaft beider Teile der irischen Insel und der freie Grenzverkehr gelten als wichtige Bausteine für den Friedensschluss im Karfreitagsabkommen von 1998.
Amnesty rügt Todesschüsse im Anti-Drogen-Kampf in Indonesien
In Indonesien sind nach einem Bericht von Amnesty International in diesem Jahr bereits 60 mutmaßliche Drogenhändler von der Polizei getötet worden - mehr als drei Mal so viel wie im gesamten Jahr zuvor. Die Menschenrechtsorganisation warnte davor, dass sich die indonesischen Behörden ein Beispiel an den Philippinen nehmen. Dort geht Präsident Rodrigo Duterte mit äußerster Härte gegen tatsächliche und vermeintliche Drogenkriminelle vor. Der Generalsekretär von Amnesty in Indonesien, Usman Hamid, sprach von einer "schockierenden Eskalation". "Die Behörden müssen sich daran erinnern, dass jeder - auch Leute, denen Drogenvergehen zur Last gelegt werden - ein Recht auf Leben hat, das zu allen Zeiten respektiert werden muss." Im vergangenen Monat hatte Indonesiens Präsident Joko Widodo angeordnet, dass die Polizei "gnadenlos" auf Drogenhändler schießen soll, die sich einer Festname widersetzen.
Daniel Craig bestätigt Rückkehr als James Bond
Lange wurde spekuliert, jetzt hat er es selbst bestätigt: Daniel Craig wird erneut James Bond darstellen. Auf eine entsprechende Frage des Moderators Stephen Colbert in dessen "The Late Show" antwortete der 49-Jährige Brite kurz und klar mit: "Ja." Ende Juli hatten britische und amerikanische Medien berichtet, dass Craig nach den Filmen "Casino Royale", "Ein Quantum Trost", "Skyfall" und "Spectre" auch im 25. Bond-Abenteuer die Hauptrolle übernehmen soll. Angeblich wurden ihm umgerechnet 90 Millionen Euro geboten. In den US-Kinos zu sehen sein wird der nächste Film mit dem britischen Agenten 007 ab November 2019.
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