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Die SPD ringt um die große Koalition
Klappt es diesen Winter noch mit einer neuen Regierung? Der Ball liegt bei der SPD. Sie entscheidet am Sonntag, ob sie weiter über eine große Koalition reden will. Doch es gibt viel Widerstand. Peter Hille aus Dortmund.
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SPD streitet über Koalitionsverhandlungen mit der Union
Knapp eine Woche vor dem Parteitag der SPD zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union verhärten sich die Fronten zwischen Parteispitze und den Kritikern aus den eigenen Reihen. Die SPD habe bei den Sondierungen mit der Union "eine große Liste von Erfolgen" vorzuweisen, betonte Parteichef Martin Schulz in Dortmund vor Delegierten aus Westfalen. Diese Sicht teilen jedoch nicht alle Landesvorstände. So sprach sich die Berliner SPD gegen Verhandlungen über eine große Koalition aus. Die Sozialdemokraten in Brandenburg befürworteten hingegen die Aufnahme von Gesprächen. Die Brandenburger SPD schickt zum Sonderparteitag in Bonn am Sonntag zehn Delegierte, aus Berlin kommen 23 der ingesamt 600 Stimmberechtigten. Deutlich mehr Einfluss hat der nordrhein-westfälische Landesverband, der ein fast Viertel der Delegierten stellt.
Rumäniens Regierungschef Tudose tritt zurück
Nach nur sieben Monaten im Amt hat der rumänische Ministerpräsident Mihai Tudose seinen Rücktritt erklärt. Er trete wegen fehlenden Rückhalts in seiner Partei zurück, sagte Tudose nach einer Vorstandssitzung der Sozialdemokratischen Partei (PSD), in der ihm die Mitglieder ihr Vertrauen entzogen. Hintergrund ist ein Zerwürfnis mit Parteichef Liviu Dragnea. -- Tudose diente in zwei früheren Regierungen als Wirtschaftsminister und war im Juni von Dragnea für das Amt des Regierungschefs vorgeschlagen worden. Das Verhältnis der beiden Politiker verschlechterte sich jedoch schnell. Parteichef Dragnea treffe wichtige Entscheidungen ohne Rücksprache mit anderen, beklagte Tudose. Sein Rücktritt muss noch von Präsident Klaus Iohannis angenommen werden.
Tote bei Einsatz gegen Aufständische in Venezuela
Den venezolanischen Behörden ist nach eigenen Angaben ein Schlag gegen Aufständische gelungen. Bei einem Einsatz in Caracas gegen eine Gruppe um den Piloten Oscar Perez, der im Juni Regierungsgebäude mit einem Hubschrauber angegriffen hatte, seien mehrere Menschen getötet worden, meldet das staatliche Fernsehen. Unter den Toten seien auch zwei Polizisten. Das Schicksal von Perez ist unklar. Instagram-Videos zeigten ihn mit blutverschmiertem Gesicht. Er sagte, er sei von Sicherheitskräften umstellt, die mit Granaten auf ihn zielten. Die Regierung von Präsident Nicolas Maduro bezeichnet Perez als "fanatischen Terroristen".-- Das lateinamerikanische Land steckt seit Monaten in einer tiefen wirtschaftlichen Krise und wird von politischen Unruhen erschüttert. Die Opposition wirft Maduro vor, Venezuela zur Diktatur umbauen zu wollen.
Papst zu mehrtägigem Besuch in Chile eingetroffen
Zum Auftakt seiner sechsten Lateinamerikareise ist Papst Franziskus in Chile eingetroffen. Franziskus will Chiles scheidende Präsidentin Michelle Bachelet sowie Priester, Bischöfe und Ordensleute treffen. Am Mittwoch reist der Papst in die südchilenische Region La Araucanía, die Heimat der Mapuche. Der 81-jährige Argentinier will dort Indigene treffen, die sich seit Jahren zum Teil mit Gewalt gegen die Ausbeutung ihrer Gebiete wehren. Zu einem Gottesdienst in Temuco werden 400.000 Gläubige erwartet. In Chile sieht sich die Kirche mit Skandalen um sexuellen Missbrauch konfrontiert. Der Papst muss daher mit Protesten von Opferhilfegruppen rechnen. Zweite Station seiner Südamerikareise ist Peru.
De Maizière und Cordt stellen Asyl-Statistik für 2017 vor
Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist zuletzt kontinuierlich zurückgegangen. Wie viele Menschen es im vergangenen Jahr waren, geben der geschäftsführende Bundesinnenminister Thomas de Maizière und die Leiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Jutta Cordt, an diesem Dienstag in Berlin bekannt. Von Januar bis November 2017 hatten etwa 207.000 Menschen Asyl in Deutschland beantragt. Im Jahr 2016 waren es etwa 280.000 Menschen und 2015 rund 890.000. Die größte Gruppe unter den Schutzsuchenden stellten zuletzt die Syrer.
Eltern in Kalifornien hielten 13 Kinder gefesselt im Haus fest
In einem Haus in Kalifornien hat die Polizei zwölf gefesselte Geschwister im Alter von zwei bis 29 Jahren entdeckt. Ein 13. Opfer habe sich in Perris, etwa 110 Kilometer südöstlich von Los Angeles, befreien können und den Notruf gewählt, teilte die Polizei mit. Die Eltern der unterernährten Jungen und Mädchen wurden festgenommen. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen Folter ein. Der 57-jährige Vater und seine 49-jährige Ehefrau hielten ihre Kinder teilweise an ihre Betten gekettet fest. Aufgrund ihrer Unterernährung schätzte die Polizei die Opfer zunächst alle als minderjährig ein. Später stellte sich heraus, dass das älteste Kind bereits 29 Jahre alt war.
US-Turnerin Simone Biles: Auch ich wurde missbraucht
Die viermalige Turn-Olympiasiegerin Simone Biles ist nach eigenen Angaben ebenfalls Opfer von sexuellem Missbrauch durch US-Teamarzt Larry Nassar geworden. Das erklärte die 20-Jährige in einem emotionalem Statement in den sozialen Medien. Seit Monaten erschüttert der Skandal den Verband USA Gymnastics. Mehr als 100 Turnerinnen beschuldigen Nassar, sie sexuell belästigt oder missbraucht zu haben. Darunter befinden sich auch die dreimalige Turn-Olympiasiegerin Gabby Douglas, deren Teamkollegin Aly Raisman und die Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin McKayla Maroney. -- Nassar, der fast drei Jahrzehnte und bei vier Olympischen Spielen für den US-Verband tätig war, muss sich derzeit wegen der sexuellen Übergriffe vor Gericht verantworten. Er ist bereits zu 60 Jahren Haft verurteilt. Teilweise waren die Opfer jünger als 13 Jahre.