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Bundestagswahl
Deutschland wählt
Mehr als 61 Millionen Bürger sind an diesem Sonntag aufgerufen, den 19. Deutschen Bundestag zu wählen. Umfragen sehen die CDU und Angela Merkel vorne. Doch wie stark werden die Rechtspopulisten?
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Deutschland wählt einen neuen Bundestag
Mit der Öffnung der Wahllokale um 8 Uhr (Ortszeit) hat die Bundestagswahl begonnen. Die Unionsparteien von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lagen in letzten Umfragen deutlich vor der SPD von Herausforderer Martin Schulz. Mit Spannung wird das Ergebnis der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) erwartet, die erstmals ins Parlament einziehen dürfte. Die Freien Demokraten (FDP) stehen nach vier Jahren Abwesenheit wohl vor der Rückkehr in den Bundestag. Auch Grüne und Linkspartei können den Umfragen zufolge damit rechnen, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Unmittelbar nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr (Ortszeit) werden die ersten Prognosen veröffentlicht. Mit dem vorläufigen Endergebnis wird in der Nacht zum Montag gerechnet. Rund 61,5 Millionen Bundesbürger sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat errechnet, dass mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten über 52 Jahre alt ist. Damit ist die Wahlbevölkerung so alt wie nie zuvor. - In Berlin sind die Bürger zudem zu einem Volksentscheid über die Zukunft des Flughafens Tegel aufgerufen. Der rot-rot-grüne Senat will den innerstädtischen Airport nach der Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER wie geplant schließen.
USA schicken Kampfbomber an Nordkoreas Küste
Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea schaukelt sich weiter hoch, ohne dass eine Seite Bereitschaft zum Nachgeben signalisiert. Die USA ließen Langstreckenbomber und Kampfjets durch internationalen Luftraum östlich von Nordkorea fliegen. Das Verteidigungsministerium in Washington machte klar, das Flugmanöver sei eine Demonstration der Entschlossenheit der USA und eine klare Botschaft, dass Präsident Donald Trump viele militärische Möglichkeiten zur Abwehr jeglicher Bedrohung zur Verfügung stünden. Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho nutzte seine Rede vor der UN-Vollversammlung in New York für eine Schimpftirade gegen Trump, der eine nukleare Aufrüstung Nordkoreas geradezu herausfordere. Trumps Drohung mit der vollständigen Vernichtung Nordkoreas mache "einen Besuch unserer Raketen auf dem gesamten Festland der USA umso unvermeidlicher", sagte Ri.
Trump stellt nochmals Abkommen mit dem Iran in Frage
Der neuerliche Raketentest im Iran stellt nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump das internationale Atomabkommen mit Teheran abermals in Frage. "Iran hat gerade eine ballistische Rakete getestet, die in der Lage ist, Israel zu erreichen", schrieb Trump im Kurzmitteilungsdienst Twitter. "Sie arbeiten zudem mit Nordkorea zusammen. Wir haben kein gutes Abkommen!" Der Iran hatte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit den USA nach eigenen Angaben am Samstag eine neue Mittelstreckenrakete getestet. Das Staatsfernsehen meldete, der Test sei "erfolgreich" verlaufen. Es zeigte undatierte Bilder vom Start und Flug der neuen Choramschahr-Rakete. Trump muss dem US-Kongress am 15. Oktober mitteilen, ob er an dem Atomabkommen festhalten will.
Türkisches Parlament verlängert Armeeeinsatz in Syrien und im Irak
Das türkische Parlament hat für ein weiteres Jahr Militäreinsätze in den Nachbarländern Irak und Syrien gebilligt. Die Abstimmung in Ankara erfolgte zwei Tage vor dem geplanten Unabhängigkeitsvotum der Kurden im Irak, das die türkische Regierung vehement ablehnt. Mit der Verlängerung des Einsatzmandats für die Armee schütze sich die Türkei vor "Bedrohungen", sagte Verteidigungsminister Nurettin Canikli. Er fügte ausdrücklich hinzu, das für Montag vorgesehene kurdische Votum betrachte er als "Bedrohung der nationalen Sicherheit" seines Landes. Die Türkei werde das Ergebnis nicht anerkennen und "notwendige Maßnahmen ergreifen". Zuvor hatte Ministerpräsident Binali Yildirim deutlich gemacht, ein Militäreinsatz sei "natürlich" eine Option. Ankara befürchtet, dass ein unabhängiger Kurdenstaat im Nordirak die kurdische Minderheit im eigenen Land zu einem ähnlichen Vorgehen ermuntern könnte.
Gefährliche Substanz: Mehrere Verletzte in London
Mehrere Menschen sind in einem Einkaufszentrum im Osten der britischen Hauptstadt mit einer gefährlichen Substanz besprüht worden. Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, wie Scotland Yard mitteilte. Augenzeugen berichteten, dass es in einer Gruppe zu einem Streit gekommen sei. Danach hätten mehrere Männer die Attacke im Stratford Centre ausgeführt. Die Polizei geht nicht von einem Terroranschlag aus. Sicherheitskräfte sprachen von einer möglichen Säureattacke. Im vergangenen Jahr hatte es in London 431 Angriffe mit ätzenden Substanzen gegeben, darunter auch bei Raubüberfällen von Banden und Streitereien. In Großbritannien sind solche aggressiven Substanzen relativ leicht und preiswert zu beschaffen.
Saudi-Arabien lässt erstmals Frauen ins Sportstadion
Das streng konservative Königreich Saudi-Arabien hat Frauen erstmals Zutritt zu einem Sportstadion gewährt. Hunderte Frauen durften im König-Fahd-Stadion der Hauptstadt Riad in Begleitung ihrer Familie die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag verfolgen. Dafür wurde in der Sportarena, die rund 40.000 Menschen fasst, ein separater Bereich für Familien eingerichtet. Zum Nationalfeiertag werden landesweit Konzerte gegeben, Tänze gezeigt und Feuerwerke abgebrannt. Das konservative muslimische Königreich verfolgt eine strenge Politik der Geschlechtertrennung. Es ist das einzige Land, in dem Frauen nicht Auto fahren dürfen. Zuletzt gab es aber einige behutsame Lockerungen. Im Juli etwa erlaubte das Bildungsministerium die Teilnahme von Mädchen am Sportunterricht staatlicher Schulen.
Dortmund festigt seine Tabellenführung
Borussia Dortmund ist mit einem furiosen Sieg zurück an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga gestürmt. Der BVB setzte sich im Topspiel 6:1 gegen Borussia Mönchengladbach durch. Die übrigen Ergebnisse vom Samstag: Hoffenheim - Schalke 2:0, Leipzig - Frankfurt 2:1, Mainz - Berlin 1:0, Stuttgart - Augsburg 0:0 und Bremen - Freiburg ebenfalls 0:0.
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